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Frage des Monats >>> Architekturtheorie:

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August 2009
- Der Bau als Künstliche Landschaft -Verschwimmt das Argument der Architektur wenn ihr die Landschaft als Gegenüber fehlt?

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Werter Revulotionär:
..... schnell noch bevor dieser August gänzlich
vorbei geeilt: meine Antwort


"Das Eine ist das Eine, das Andere ist das Andere.
Das Erste nimmt dem Zweiten seines ab. Das Zweite
wird das Beständigere sein. Auch wenn es gegnüber
dem Ersten scheinbar: verschwimmt.
Doch: die Unschärfe des Beweises fokusiert dann(wann?): die Zeit;
...aber noch ist die Gans nicht gebraten...


Mit Grüßen
J@tS

Hallo Herr Stocker,

legt man Ihre Fragestellung zu Grunde ist jedes neue Gebäude in der Stadt keine Architektur mehr, denn es ist verschwommen mit dem Abbild der städtischen künstlichen Landschaft die, weil sie ein künstliches Produkt ist auch schon kein wahres Gegenüber für die Architektur sein kann. Folgen wir diesem Gedanken weiter, dann würde dies die Auflösung des architektonischen Argumentes bedeuten weil es auf etwas trifft was ihm gegenüber nicht mehr als Nichts und dem nichtigen gegnüber kann es kein Argument geben. Soweit die negative Schlußfolgerung, der ich hier nicht das Hurra gewonnen zugestehen möchte.
Betrachten wir es einmal anders, da selbst die naturbelassene Landschaft künstlich ist, weil wir es so wollen und als Menschen nicht noch einen zusätzlichen Park gestalten hat die Architektur auch in der künstlichen Landschaft ,hier der Stadt ein architetonisches Argument. Betrachten wir das einmal so herum, müssen sich viele Architekten allerdings vorhalten lassen, das sie oberflächlich sind, nicht gut Argumentieren können und auch sonst ziemliche Weicheier sind, denn hier geht es dann um Qualität.

Können Sie mir Folgen?
Mit besten Grüßen
Robert Thomsen

Lieber Herr Stocker,

die Frage ist interessant und "klassisch" zugleich - auf die Schnelle würde ich mit unseren englischen Zeitgenossen antworten: "It depends ..." Aber klar ist, dass in bestimmte, womöglich ebenfalls gestaltete Landschaften hineinkomponierte Bauten nur in diesem Kontext voll wirken und verstanden werden können.

Herzliche Grüße
Bernd Breyvogel

Hallo, Herr Stocker,
wir unterscheiden Kultur- und Natur-Landschaften. In beiden Kategorien ist die Komplementaritaet von darin wirkenden Elementen das Geheimnis des jeweiligen Systems. Die Systeme gehen jedoch in unseren globalen Welten regionale und lokale Synthesen ein und verknuepfen so Angebote und Nachfragen kulturwirtschaftlicher Maerkte. Architektur kann fuer diese Maerkte hochwertige Kontraste und Verbindungen herausarbeiten zugunsten von starken Synergien fuer Lesbarkeit, Nutzbarkeit und Wandelbarkeit der Elemente und ihrer Kontexte. Architektur als Mittel zur massenhaften Herstellung von Kompromissen ist nicht laenger marktgerecht.

Gruss, Andrea Haase

Sehr geehrter Herr Stocker,

Unbebebauter und bebauter Raum müssen sich gegenseitig stärken.
Ein Gebäude wird erst dann Architektur, wenn es mit dem Landschafts- oder Stadtraum korrespondiert.

Herzlich,
Peter Petz

Juli 2009>>>Wie wirft in der Zeichnung eine mögliche Zukunft ihren Schatten in die Gegenwart?

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Wer den Schatten betrachtet muss eingestehen,
dass auch dieser Zeichnung hat.
Egal von welchem Ist- oder Zeitort was auch immer
projeziert wird. Und so ist das WIE egal,
denn... ".... es lebt, wer sieht...."

Mit Grüßen
J@TS

Sehr geehrter Herr Stocker,

nein, sie stellt keine Zukunft dar, die Zeichnung. Sie stellt nur das Jetzt dar. Sie plant nicht die Zukunft, sie ist nur ein Ergebnis des Jetzt. Sie ist heute entstanden. Einzig und allein ist die Zeichnung das Ergebnis einer Interpretation des Heutigen, eine Sicht auf das Gegenwaertige. Das ist die Aenderung des Gestrigen. Die Aenderung der Welt durch andere Sichtweisen. Und die Aenderung ist dann der Wandel, der Wandel der Zeit, der Lauf der Zeit, der uns in die Zukunft bringt, in die Zukunft treibt. Eine Zeichnung und die durch sie dargestellte Sichtweise auf die Dinge des Heutigen treiben uns in eine Zukunft; das, denke ich, kann eine Zeichnung fuer die Zukunft schaffen. Die Zeichnung stellt keine Zukunft dar, die Zeichnung ist also nicht der Schatten des Kommenden, der auf unsere weissen Blaetter faellt ...

Mit freundlichen Gruessen,
Bastian Henning

Hallo Herr Stocker,
schön das es die Fragen wieder gibt.
Nun zu meiner Überlegung:
Die Zeichnung in der Architektur des 21.Jahrhunderts kann keine Zukunft mehr formulieren, weil sie durch die digitalisierte Darstellung die Qualität des Schattens verloren hat. Die Zeichnungen sind zu konkret als das sie die Zukunft wollen, denn die Gebäude sind so wie die Zeichnung, langweilig, konkret und phantasielos. So betrachtet gibt es einen Schatten, der immer wiederkehrenden, langweiligen, emotionslosen Architektur. Insofern gibt es Zukunft: langweilige, bornierte Zukunft, aber keine poetische, architektonischen Körper die selbst Schatten werfen die Neugier erwecken.
Robert Thomsen

Lieber Florian,
da die Zukunft (von der Gegenwart aus betrachtet) nichts als Gespenst ist, vermag sie auch keinen Schatten zu werfen; so ist die Enttäuschung, wenn man einen solchen in der Tat erwartet (wie ja die Frage suggeriert), womöglich vorprogrammiert. Das heißt, statt sich in der Chimäre der Repräsentation eines Antizipierten zu verausgaben, wäre man besser beraten, die Zeichnung als das zu sehen und einzusetzen, was sie ist: Produktionsform von Wirklichkeit.
Schönen Gruß,
Ihr
Sokratis Georgiadis

Juni 2008>>>Sind Demut, Maß und Stetigkeit Tugenden eines Architekten?
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Hallo Herr Stocker,
Demut ist eine Haltung die ein Architekt gegenüber seiner Fähigkeit des Entwerfen könnnens haben sollte und dann eine Lebenshaltung die allem was ist demütig gegenübertritt, dies aber ohne sich zu unterwerfen. Demut fordert Begegnung auf Augenhöhe. Daran schließt sich die Frage nach dem Maß an.Hier sollten wir es mit Epikur halten alles genießen, aber in Maßen, insofern kann ein Haus von Frank Gehry wie in Bilbao sehr wohl Maßhaltigkeit zeigen. Der Kontext bestimmt das richtige Maß an dem wir uns orientieren sollten. Und die Stetigkeit sei wieder an die Haltung der Philosophen der klassischen Antike zurückgegeben, ohne Feiß keinen Preis also auch keine Weiterentwicklung.
Schönes Wochenende
Robert Thomsen

Humility, moderation and steadiness are virtues of an architect as long as they are sustained by a passionate enthusiasm for the ground (der Boden).

All the best,
Diana Soeiro

Are humility moderation and steadiness virtues of an architect?

Yes, yes and yes.

Humility: Although architects are known to have large egos, it takes humility to place the client’s, the user’s and the public’s interests above one’s own. Architecture is a service profession, not, ultimately a fine art where self-satisfaction is the only goal. To be in service to others requires oneself to humbly seek the good of the other person before one’s own.

Moderation: While the architectural press revels in excess and waste (ironically, while preaching the virtues of sustainability), the virtuous architect pursues a prudent course, using the client’s resources wisely in order to create beauty without needless waste. This is the characteristic of moderation: prudence, wisdom, and caution exercised in the public interest.

Steadiness: It should go without saying that buildings should be steady (Vitruvius called it “firmness”), except for parts that are meant to move like doors and windows. Architects, too, should be steady professionals, not whimsical or willful. “Dependable” is not the same as “plodding” or “mediocre.” German cars like BMW and Mercedes are quite dependable but not in the least plodding or mediocre. So architects, while always in pursuit of excellence, should not take that pursuit to be an excuse for acting like a temperamental diva.

David Greusel, AIA
19.9.2008

Mai 2008>>> „mobilis in mobile“* Ändern sich in der Architektur die Fragen oder die Antworten?
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The way we look at architecture constantly changes. and we are the ones doing both the answers and the questions.
I think that space itself and our own body are constantly posing new questions and making new demands.
and it's up to architecture to be attentive to this invisible needs and look for the right questions, first of all, in order to only then, try to give the right answers.
making the right question plays a huge part on being able to deliver an answer that fits - that fits both function or (and) an aesthetic.

all the best Diana Soeiro

Zu Ihrer Frage: beide natürlich.
mit freundlichen Grüssen,

Lorena Valdivia

fragen ändern sich, antworten ändern sich

gruß
thomas m. krüger

Sehr geehrter Herr Stocker,

Wahrscheinlich ändern sich Fragen und Antworten in Architektur und Leben im Wechselspiel immer gleichzeitig. Was ja auch Spaß macht und uns voran bringt.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert König

Hallo Herr Stocker,
Auf diese Frage fällt mir zunächst folgendes ein (ich apelliere damit gleichzeitig an das Positive der Einfalt der Architekten).
Architekturverändernde Antwortfragen - Architekturfragen verändernde Antworten - Antworten verändernde Architekturfragen - Fragen verändernde Architekturantworten.
Es werden keine Fragen mehr gestellt die etwas bewirken könnten, den jede Frage die gestellt wird ist an die Funktion von Gebäuden gerichtet, an Bauteile, an A/V- Werte, an Nachhaltigkeit, vergesenn wird die Architektur. Es werden keine kulturell - ästhetisch relevante Fragen an die Architektur gestellt weil die Architekten ihrer Disziplin die Liebe entzogen haben. Architekten erstellen Gebäudegefälligkeiten, mehr oder weniger geschmackssicher. Warum sollte man da noch nachfragen???? Und wie kann man da noch antworten????

Grüße Robert Thomsen

April 2008>>> Ist eine „Architectura Perennis“ (vergleiche „philosophia perennis“*) eine mögliche Fortführung der nicht beendeten Projekte Rationalismus, Moderne, Postmoderne, Poststrukuralismus...?
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Hallo Herr Stocker,
hier meine Antwort zu der Frage:
In der Architektur benötige ich keine philosophischen Versatzstücke mehr zur Legitimierung meines tun als Architekt.Es geht mehr und mehr um die Verknüpfung von Denken und Praxis, das heißt das was ich denken kann, kann ich auch bauen.Doch was denke ich und warum, woher kommt die Form die dem Inhalt folgt? Diese Fragen sind dringender denn je zu beantworten, doch die Antworten bekommt man nur bei jedem Projekt wieder neu, ohne jede Theorie. Das heißt wenn die Form einem Inhalt folgen soll, dann ist es schon beim Entwerfen ein Dialog, ein Prozess von Entwerfen – Verwerfen – Entwerfen – Umwerfen und wieder Entwerfen.
Es ist fern davon einem Entwurf eine Theorie überzustülpen nur seinen Entwurf zu legitimieren. Als Ergebnis steht dort eine prozessuale Theorie die sich aus den Inhalten zur Formfindung ableitet.Das bedeutet weder poststrukturalistisch, noch modern, noch postmodern, noch rational, vielleicht einfach ein wenig poetisch und ohne Dogma.
Gruß
Robert Thomsen

März 2008>>> Wo treffen sich Mandala und Fensterrose?
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Vermutlich in der Mitte?! - im Zentrum?! - an den Rändern sind Sie zumindest nicht Deckungsgleich?! - Wobei eben die Frage nach `Deckungsgleichheit` nicht unbedingt mit `Treffen`geich zu setzen ist?! - Eine schwierige Frage - mg, Jens

Hallo Herr Stocker,

die Antwort zur Frage: Am besten treffen sich beide im Kopf als Imagination und verbleiben dort, denn nur hier können beide in ästetheischem sein des Neuronengewitters existieren ohne viel Schaden anzurichten. Denn ,realisiert vermögen beide zumindest im zusammentreffen nur eines, sie erzeugen pittoresken Kitsch. Selbst wenn es dann guter Kitsch wäre, bei der Menge an schlechtem Kitsch erkennt man das Gute nicht mehr,darum ist es manchmal besser etwas nicht zu bauen.

Robert Thomsen

Februar 2008>>> Bauen wir in einer psychologischen oder topographischen Landschaft?
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Sehr geehrter Herr Stocker,
das kommt auf die Konotation der Begriffe als solches an und ob wir den Mut haben diese zusammen zu fügen.
Heidegger würde zuerst von dem Sinn des Wohnens, bzw wo Ort des Behausens sprechen und die Frage des Bauens mit der des Wohnens verknüpfen. Ich kann als Mensch nur bauen wollen wenn ich auch gleichzeitig wohnen will. Doch was bedeutet das Wohnen, das Bewohnen und wo bewohne ich was,welche Topografie umgibt mich, oder welche seelische Topos zwingt mich dazu etwas bebauen, bauen zu wollen um es dann zu bewohnen? Ist die Topografie jene der freien Landschaft, die der Geländelinien auf den Atlanten und Karten, unser Objektiv verorteter Raum, oder sind es die Höhen und Tiefen der Seele, das Abrufen von Imaginären Landschaften, von sogennaten inneren Topografien die wir in die äußere Topografie eingraben, dort verbauen um uns unserer selbst sicherer zu werden? Eine Topografie zu erzeugen in der wir uns mittelbar sicher und Um(baut) fühlen ist das der umbaute Raum der DIN? Verstehen wir hier nur die Normen falsch?
Nein ernsthaft, mit dieser Frage ist nicht zu spaßen, es wird zu wenig in der psychischen Topografie gebaut und noch weniger psychologisch in der Topografie, die Verletzungen können wir in allen Hochglanzmagazinen und der realen Landschaft und Stadtlandschaft beobachten.
Es fehlt am Hinschauen

Schönes Osterfest
Robert Thomsen

Nunja.......ich bin sicher, es gibt eine ``Psychologie des Ortes`` und es gibt ganz sicher auch eine ``Topographie in der Psyche``Die wäre dann sicherlich weniger baulich, manchmal jedoch erbauend ?! . Will sagen: Wir bauen, wenn wir bauen, hoffentlich in Beidem ...

lg, jens

In welchem Maßstab erreichen wir unsere Erkenntnisgrenze? Wo verhindert das "Gestell" der Technik ein Erkennen?
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Hallo Herr Stocker,

die Grenze der Erkenntnis erreichen wir dann, wenn es uns gelingt vom aristoleschen " Erkenne dich selbst" zu Nitzsches "Sei Du" selbst überschreiten und es keine Antwort mehr auf die Frage des technischen Rüstzeugs gibt. Nehmen wir einen neutralen Raum (kein Raum ist neutral, aber in der Fiktion darf er das sein)b in den gehen Sie hinein und auf der Tür steht die Aufforderung, Erkenne Dich selbst. Sie betreten den Raum und er ist leer, außer das er angefüllt ist mit Licht und Ihnen. Sie drehen sich um und verlassen den Raum und an der Tür steht innen "Sei Du selbst", wieviel ist die Selbsterkenntnis dann noch Wert, wenn es um das Sein geht und wie groß ist dann das Erkennen des selbst, wenn es um das Sein geht, und das im Raum.
Können wir dann noch technisch gestellte Architektur entwerfen? Was das Gestell der Technik will und kann ist dann nicht mehr wichtig.
Gruß Robert Thomsen

Wann wird der Stein zum Schaum?
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Also, diesmal eine ganz handfeste Antwort auf eine mehrdeutige Frage:

Meine nicht ganz Ernst gemeinte Antwort auf die Frage wann wird der Stein zu Schaum? ist: `` YTONG da werden Sie geholfen !``

(In diesem Zusammenhang empfehle ich den Besuch von Zumthors aktueller Kölner Arbeit und die Materialrecherche zu transluzentem Beton, Arch+ oder so......eine Nummer aus den letzten Jahren. Da wird der Stein zu Schaum! , ja und neuerdings experimentiert doch irgendein Californier mit dem Meerschaum , der zum Nerv aller Bewohner auf Mallorca jedes Frühjahr tonnenweise angespült wird. So eine Art `Seekartoffel` oder so! ...ist wohl kurz vor der Serienreife...)

Naja, theoretisch betrachtet ist die Sache natürlich komplexer. Da geht es um die Auflösung von Wand und natürlich um die Auflösung von Raumgrenzen im Konkreten wie bei den Projekten von K. Oosterhuis m. E. derzeit am weitesten ausgeprägt. Mich persönlich interessiert aber eher die gehörigen Dämmungs- und Absorptionsfähigkeiten von Schäumen im allgemeinen das bleibt spannend ...

Mit liebem Gruß, Jens Wodzak

Hallo Herr Stocker,
hier mögliche Antworten:
durch das Waschen, bei genügendem Waschmittel und noch möglichen alkalischen Vorgängen hat der Stein für einen Moment beim Aufschäumen eine amorphe labile Gestalt, leider nicht konservierbar es gäbe so poetisch verblüffende Wände und Räume.
Oder neudeutsch das was Du siehst ,ist nicht das Du siehst, es ist Fake.
Und jetzt beginnt der Dialog über das möglich unmögliche, Wale fliegen ja schließlich auch, wenn auch nur ein bißchen.
Mit kollegialen Grüßen
Robert Thomsen

Hallo Herr Stocker,

ganz einfach:

Den Stein mit Kraft zertrümmern und mahlen,
das Mehlgut auffangen in Schalen,
mit Wasser nun umsäumen
und nicht nur Traum wird der Stein so zu Schaum.

Sonnige Grüße
T. Kölschbach

4.10.2007, Jens Wodzak

Bietet die rauhe Oberfläche mehr Information als die glatte?
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Birgt das Idyll die technische Katastrophe?
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Entsteht Redundanz auf den städtischen Entwicklungsachsen oder im Hinterland? Wo wird das innovative Ei gelegt, bebrütet, wo wird geschlüpft?
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Der Stadt-Land Gegensatz löst sich m.E. immer stärker auf. Der neuerliche Wiedereinzug in die Stadt scheint mir zwar ein sehr gewünschtes, aber wenig nachgewiesenes Phänomen unter Stadtplanern zu sein. Wer will nicht die Stadt stärken?! - Dieses zarte, gefährdete Pflänzchen `die Stadt`.

Gebrütet im familienpolitischen Sinne wird aber sicher Nach wie Vor in und vor der Stadt. Ich meine sogar eher vor der Stadt aufgrund der steigenden Mobilität und der extrem fallenden Kauf- oder Mietpreise vor der Stadt.
So bleibt die Stadt als verdichteter, innovativer Raum ohne große Verbindlichkeiten eine schöne Vision. Viele Kommunen kämpfen mit den ökonomischen, sozialen und politischen Entwicklungswünschen Ihrer Bürger wie ein Löwe. Die Verantwortung der Städte am Umland scheint über den Kopf zu wachsen, die Verantwortung an der Region fast eine unlösbare Aufgabe.

Gebrütet im kreativen Sinne wird aber durchaus auch im sog. Umland. Allein der Begriff Umland beschreibt ja schon unser Verhältnis zum weniger dichten Siedlungsraum, zur Region. Land um die Städte eben. Wer steht im Zentrum der Gedanken? - die Stadt.

In Zeiten globaler Gesamtstrategien scheint mir die Frage nach den kreativen Brutstädten oder Orten der Kreativität aber eher marginal zu sein. Prinzipiell kann ja überall gebrütet werden, dank innovativer Servicetechnik immer mehr! - ja, auch bald auf dem Mars. Auch in den höchst mobilen und `liquiden` Zuständen des `Flux und Flow` denen die Soziologie derzeit offenbar stark zuspricht scheint ein Brüten m. E. höchst erfolgreich zu sein. Aber `selbstorganisierte Systeme` sind beim kreativen Brüten offenbar einfach eine Voraussetzung um kulturelle Entwicklungen Fortzuschreiben.

6.9.2007, Jens Wodzak

Soll das Möbiusband, wie die platonischen Körper, tiefere Einsichten in das innere Gefüge der Welt vermitteln?
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Meiner Meinung nach ist das Möbiusband eine ``Unendlichkeitsschleife`` und damit Metapher, Denkraum aber auch Vorlage für die Komplexität unserer Welt im Ganzen. Natürlich ist es auch, da es ein ``uraltes Zeichen`` (Mittelalter? oder sogar früher...) ist sicherlich auch Meditationsvorlage. Man findet es ja bereits in frühen Intarsien und Einlegearbeiten und im Buchdruck etc. ...

Architektonisch gesehen ist es m. E. eine Metapher um sowohl Komplexität als auch Verschiebung zu visualisieren. Ben van Berkel und sein Möbiushouse verströmen diese Komplexität geradezu und seine diagrammatische 24h-Betrachtungen und Nutzungsverschiebungen zum ``Möbiushouse`` finden in der Übertragung grundsätzlich meine Zustimmung. Egal wie ich nun zu den Ausführungen des Gebäudedesigns stehe. Aber auch ``Parallelität``, Wiederholung und Variation, `` Zeitgleichheit`` Zeitverschiebung scheinen mir weitere wichtige Aspekte im Möbiusband - Diskurs zu sein. Räumlich gesehen beschreibt das gewickelte Band ja bereits einen komplexen Innen und Aussenraum. Es erinnert mich immer irgendwie an eine Kuchen- oder Brotbäckerei ?! Keine Ahnung warum? - Brezel ? Möglicherweise ist es deshalb auch so wunderbar geeignet um als architektonischer Körper ``missbraucht`` zu werden. Es ist eigentlich ja kein Körper, sondern ein volumenloses flaches Band. Aber es beschreibt, umschreibt eben den Raum und ist fast schwerelos. Es hat kein definiertes Oben und Unten. Ideal geeignet für eine Installation im Weltraum. Ganz sicher ist es derzeit deshalb so populär. Es passt zu den rasenden Veränderungen unserer Gesellschaft und Welt und ist dafür eben eine passende, weil repräsentierende Metapher. Komplexität ist hip! - Symmetrie eher weniger Populär!

So kann ich Deine Frage mit NEIN beantworten. Das Möbiusband soll nicht tiefere Einsichten in das innere Gefüge der Welt vermitteln, es ist bereits ein Gefüge und als Zeichen m.E. eine Metapher zum Denken und Handeln allgemein, nicht nur auf Welt bezogen! - In der Architektur eine mehr oder weniger brauchbare Hilfe und eine räumliche Vorlage zur Inspiration, die es aber eben diagrammatisch und räumlich zu verstehen, zu begreifen und zu interpretieren gilt!.....

Jens Wodzak

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Meint "Paradeisos" eingehegte verfeinerte Natur oder Einklang mit der Schöpfung?
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Ist Symmetria "Ebenmaß" in der Betrachtung des Horizontes stärker gegeben als in der bilateralenSymmetrie der menschlichen Gestalt?
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Dient eine Kapelle als Schleuse? Als vermittelender und vereinzelnder Übergangsraum innerer und äusserer Lanschaften?
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Führt die Gleichbehandlung von Boden, Wand und Decke zu einem egozentrischen Weltbild?
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Wie errichtet der Mensch seine unmittelbare Umgebung , die Zelle, in der Landschaft?
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Was geschieht an den Grenzen von Landschaft/Landschaftskunst/Künstlicher Landschaft?
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Kann ein Haus die Zeit still stehen lassen?
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Wird die "Bildung des Gefühls" (KF Schinkel) durch rationale Architektur eingegrenzt oder vertieft?
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Was ist die "Quinta Essentia" des Periodensystems?
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Wo endet das bestellte Feld, wo beginnt Landart?
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Wie viele Wahrnehmungsebenen einer Blüte nehmen wir nicht wahr?
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Ist Schönheit aus Sehnsucht gemacht?
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Ideale Schönheit in der Natur, stellen wir sie her oder finden wir sie vor?
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Steht die Streuobstwiese dem Bosco oder dem Boskett näher?
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Gegenthese zu Augustinus: "Schönheit bringt das Schlimmste im Menschen hervor", welches Alibi hat das Zitat? (Aus Inspector Lynley "Und Gott war das Wort" Prof. Blackwell British Library)
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Was ist die Topologie eines eleganten Klassizismus?
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"Et in Arcadia ego"; kann Klassik mit elegantem "memento mori" und revolutionärem Impetus in das 3. und 4. Lebensalter hineingetragen werden?
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Ist ein Kunstwerk auch dann ein Kunstwerk wenn kein Mensch anwesend ist?
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Ist ein Gebäude ein Werkzeug wie zum Beispiel ein Fernrohr oder Mikroskop, das dazu dient die Wirklichkeit zu beobachten und zu interpretieren?
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Stellt ein Pilgerweg eine Verknüpfung zwischen Information (Zahl/Signifier) und Raum (Geometrie/Signified) dar?
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Warum ist das Haus der Schnecke geometrisch? Wo ist die Grenze zwischen Hülle und Inhalt?
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Wenn das Schöne der Glanz des Wahren ist, wessen Glanz ist dann Kitsch?
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Welche ästhetische Qualität hat ein ultraviolett gestrichenes Bienenhaus für seinen Planer?
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Ist Sprache ein externes Werkzeug oder eine inhärente Eigenschaft?
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Welche Übereinstimmung haben das Ursprüngliche und das Wesentliche?
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Dient Architektur, in der Funktion als 2. Schöpfung, als Argument des Erhabenen oder des Schönen? (Kommentar zu "das Schöne ist der Glanz des Wahren" Aurelius Augustinus)
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Welche sematische Verschiebung findet statt bei den Zuordnungen archaische Topologie & topologische Archaik?
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Meint "archaisch" ein inneres Gefühl oder einen äusseren Zustand?
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Kann eine Farbe, zum Beispiel Rot, eine topologische Eigenschaft im architektonischen Sinn sein? Der Eindruck "Farbe" entsteht erst im Gehirn als Interpretation von elektromagnetischen Wellen.
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Ist Magenta/Violett Quindo/Dimethyl-Chinacridon eine kalte oder warme Farbe? Die Farbe ist nicht innerhalb des Wellenlängenbereiches des Farbspektrums exakt bestimmbar?
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Erzeugte die Zentralperspektive die Stoa oder ist die Erfindung der Zentralperspektive ein Ergebnis der Stoa?
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Meine Antwort auf Ihre Frage: Die Perspektive braucht die Architektur. Die Architektur braucht die Perspektive nicht.

mit freundlichen Grüßen
Lorena Valdivia

November 2004 >>> Wie modellieren Modelle die Wirklichkeit?
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Oktober 2004 >>> Wieviele kommentierte Quellensammlungen der Architekturtheorie für das 20. Jahrhundert gibt es mittlerweile?
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September >>> 2004 "Das Haus ist schön" - Lob oder Kritik?
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August >>> 2004 Was steckt im Blobb?
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Juli 2004 >>> Schönheit - Frage oder Antwort?
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„ Mit dummen Fragen fängt jede Revolution an." Joseph Beuys

Viele finden Antworten – ich habe Fragen. Von trivial bis sehnsüchtig, seit 2004 jeden Monat neu, nichtakademisch, grenzwissenschaftlich, irritiert und neugierig. Vielleicht haben sie eine Antwort und es fehlt ihnen die Frage? Ich freue mich auf einen Austausch. Treten sie ein in den Diskurs.